Die richtige Positionierung
Jetzt kommt es darauf an, dass die Rettungskräfte schnell Zugriff auf das Datenblatt haben. Hierfür wurde eine spezielle Rettungskartentasche „Safetybag“ entwickelt. Mittels einer Adhäsivoberfläche haftet die Tasche einheitlich platziert an zwei favorisierten Positionen von innen an der Scheibe und leuchtet sogar bei Nacht durch Lichteinwirkung.
Bisher wurde eine Positionierung der Rettungskarte in der Sonnenblende empfohlen. Gegen diese Platzierung sprechen allerdings zahlreiche Fakten:
- Die Sonnenblende sollte ihrem ursprünglichen Zweck des Schutzes vor Lichteinwirkung nicht entfremdet werden.
- Nur 50 % der Fahrzeuge haben eine Lasche in der Sonnenblende zur Aufnahme der Rettungskarte. Sie kann deshalb nur in max. 50 % aller Fälle an diesem Ort aufgefunden werden.
- Wenn die Rettungskarte herausgenommen wird (z. B. bei Benutzung des Spiegels) ist nicht sichergestellt, dass sie dort wieder deponiert wird.
- Bei zerborstener Frontscheibe nach einem Crash kann durch Regen oder Schnee die Rettungskarte aufweichen und unlesbar werden.
- Bei intakter Frontscheibe müssen die Helfer über der verunfallten Person die Scheibe zerschlagen bzw. zersägen. Dabei können Glaspartikel auf den Verletzten herabfallen und weitere Verletzungen verursachen.
- Die Sonnenblende kann zerstört werden und damit auch die Rettungskarte (kein Zugriff mehr möglich, s. Bild)
- Bei offener Cabriofahrt kann die Rettungskarte flattern, verloren gehen oder störende Geräusche auslösen.
- 4 DIN-A4-Blätter (z. B. bei Hybridfahrzeugen) stören an der Sonnenblende extrem, wenn diese zum Schutz vor Lichteinwirkung nach unten geklappt ist.
- Bei Anbringung in der Sonnenblende muss ein zusätzlicher Hinweisaufkleber irgendwo im Fahrzeug angebracht werden, damit überhaupt sichtbar wird, daß eine Rettungskarte mitgeführt wird. Bei Positionierung an der Frontscheibe wird die Sicht unnötig beeinträchtigt.
Auch nach Ansicht der Rettungsdienste stellt die Sonnenblende also nur einen suboptimalen Aufbewahrungsort für die Rettungskarte dar.
Die Meinung unseres Bundesverkehrsministers spricht für sich:
Auszug aus Schreiben vom 22.11.2010 vom Bundesverkehrsministerium, Herrn Dr. Peter Ramsauer persönlich
Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 18.10.2010 und die übersandten Sicherheitssets.....
Stellungnahme bezüglich Anbringungsort: Gegen ein Anbringen des Rettungsdatenblattes (Rettungskarte) im Fahrzeug spricht insbesondere, dass z. B. nicht alle Sonnenblenden die Befestigung der Rettungskarte zulassen. Außerdem muss man die Rettungskarte erreichen können. Dazu müssen die Retter erst in den Fahrzeuginnenraum gelangen... ... Für Ihre interessanten Anregungen möchte ich mich herzlich bedanken. Wir sollten diese weiterentwickeln und soweit möglich auch sinnvoll implementieren.
Die Safetybag (Tasche für die Rettungskarte) erhalten Sie in auswählbaren Designs direkt vom Hersteller.
Außerdem empfehlen wir Ihnen noch die Kombination Safetybag und Safetyparker. Beim Safetyparker verfügen Sie dann über einen in eine Parkscheibe integrierten Gurtschneider. Durch schnellen Zugriff können Anschnallgurte, aber auch Kindersitz- und Tiergurte schnell und sicher durchtrennt werden.
Beide Produkte zusammen erhalten Sie im Safetyset.